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Und nun ist die Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe.
Sie ist kein Beharren, sondern eine Gier und eo ipso unerfüllbar,
daher in sich unglücklich und muß also andere unglücklich machen.
Unfehlbar gerät man dabei in die Hände sowohl ehrgeiziger und
erhaltungsbedürftiger Dynastien als einzelner 'großer Männer' usw.,
das heißt solcher Kräfte, welchen gerade an dem Weiterblühen der
Kultur am wenigsten gelegen ist.

Jacob Burckhardt - Weltgeschichtliche Betrachtungen, S. 73
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14.09.2014 13:02

{SCT} Schottland im Unabhängigkeitsfieber

oder: wie man eine demokratische Abstimmung gewinnt oder verliert.

external link So putzen die Schotten Klinken für ihren Traum der Unabhängigkeit (leider in 6 Mini-Artikelschnipsel zersplittert :( -> Autopager )
Zitat:
Demokratie in Aktion
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Haus für Haus in der Nachbarschaft muss abgeklappert werden. Canvassing nennt sich das, zu deutsch etwa: direkte Stimmenwerbung.
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Ein großes Fragezeichen wurde hinter alle möglichen Aspekte einer schottischen Unabhängigkeit gemalt.
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Die ständigen Warnungen klangen vielen Schotten eher wie eine Beleidigung: Die Besserwisser aus London sagen ihnen, dass sie nicht gut genug für die Unabhängigkeit seien.
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„Von den 16-Jährigen bis zu den Alten: Jeder spricht jetzt über die Unabhängigeit und ist engagiert. Das hat es vorher nie gegeben.“
...
In der Tat hat das Referendum eine nationale Debatte ausgelöst, die beileibe nicht nur in den Medien ausgetragen wird. An der Bushaltestelle, im Supermarkt, beim Bäcker oder in der Schlange auf dem Postamt: Die Leute reden über ihr Land, über die Zukunft, darüber, wie realistisch die Träume sind, die jetzt hochkommen, und darüber, wie miserabel es wäre, solch eine Jahrhundertchance vorbeigehen zu lassen. „Etwas unglaubliches passiert zur Zeit“, kommentierte der Publizist Paul Mason, „ein ganzes Land von fünf Millionen Menschen fragt sich, auch manchmal ziemlich lautstark, was es sein will.“
...
Die Yes-Kampagne hat einen ziemlich starken Trumpf: das Argument der demokratischen Selbstbestimmung.
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Wir wollen unser eigenes Land regieren.
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Während das Nein-Lager vor den Risiken warnt, beschwört das Ja-Lager die Chancen. Es fordert die Bürger geradezu auf, von einer besseren Zukunft zu träumen.
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„Es wäre doch wirklich ein Jammer“, sagt er, „aus Angst vor der Zukunft Nein zu sagen. Nicht genug Kraft zu haben, um optimistisch zu sein.“

external link Referendum in Schottland
Zitat:
Lange haben die meisten Briten das Thema nicht ernst genommen. Zu unwahrscheinlich erschien es, dass Schottland tatsächlich für die Unabhängigkeit stimmen könnte.
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Die Gegner der Unabhängigkeit glaubten, leichtes Spiel zu haben. Das ist ein Grund dafür, dass ihre Kampagne halbherzig war. Es fehlte ihr an Emotionalität und sie bestand oft schlicht aus Angstmache. Zudem war sie bisweilen herablassend:
...
Viele Gegner der Unabhängigkeit hatten überdies keine Lust auf die Debatte. Sie wollten, dass alles bleibt, wie es ist - wozu also großen Aufwand betreiben? Die Debatte war ein störendes Nebengeräusch.
...
Wer in den vergangenen Monaten durch Schottland reiste, der bemerkte, wie freundlich, munter und positiv die Ja-Kampagne daherkam, während das Nein-Lager meist nüchtern und warnend auftrat. Die Befürworter hatten eine große politische Erzählung zu bieten, sie sprachen von einem neuen, einem gerechteren Land, das sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt. Es ging in dieser Erzählung um Mut und eine bessere Zukunft. Die Gegner erschienen im Vergleich dazu als Zauderer.
...
Doch die Gegner der Unabhängigkeit haben es versäumt zu betonen, dass sie nicht nur gegen etwas sind, sondern auch für etwas. Statt vor finanziellen Risiken zu warnen und zu drohen, Schottland dürfe das Pfund nicht behalten, hätten sie die Vorzüge der seit mehr als 300 Jahren bestehenden Union hervorheben können. Sie hätten die Debatte als Chance begreifen können, Werbung für einen Verbund zu machen, der sich über die Jahrhunderte als stabil, erfolgreich und produktiv erwiesen hat. Stattdessen wirkte es oft so, als seien sie nicht ganz bei der Sache.
...
Die Befürworter haben seit drei Jahren unermüdlich auf den Tag der Abstimmung hingearbeitet, an Hunderttausenden Türen geklopft, in jeder Fußgängerzone Handzettel verteilt und Diskussionen geführt. Darüber hinaus ist es den Befürwortern nicht nur gelungen, ihre Botschaft effektiver zu verbreiten, sondern sie haben es auch geschafft, die Vertreter der anderen Seite als visionslose Angstmacher und Anwälte des Negativen zu porträtieren.
...
Das politische Establishment in London, das unisono für den Fortbestand der Union eintritt, hat jetzt schockiert erkannt, dass es seine Argumente ganz anders präsentieren muss: positiv, emphatisch, emotional. Gut möglich, dass es dafür bereits zu spät ist.

external link Gespenst Unabhängigkeit
Zitat:
Bis vorgestern hielten so gut wie alle Beobachter das schottische Unabhängigkeitsreferendum für chancenlos. Schon das Totschlagargument des Währungsverlustes schien den Fortbestand der britischen Union zu garantieren. Es werde doch niemand ernsthaft das britische Pfund gegen etwas Unbekanntes eintauschen wollen, erklärten die Experten. Doch seit vorgestern gilt das nicht mehr. Die süße Vorstellung, sich als Schotte sozusagen in der ganzen Vollständigkeit eines eigenen Staates zu erschaffen, überwiegt sämtliche Bedenken. Man kann dieses verzehrende Verlangen nach Autonomie in objektiven Kategorien gar nicht beschreiben. Es ist eine köstliche Fantasie, die in die Köpfe steigt und ungeahnte Wirkungskraft entwickelt.

Hinzu kommt, dass in dieser Lossagungslust auch ein politischer Protest ganz anderer Art steckt, und zwar gegen die dauernden Drohgebärden in den Diskursen der Regierungen. Die Völker sind es allmählich leid, bei demokratischen Entscheidungen mit Katastrophenwarnungen diszipliniert zu werden. Die Schotten wollen sich jedenfalls von amtlichen Untergangsszenarien nicht mehr Bange machen lassen, und wenn die Angst erst einmal besiegt ist, wird man sehen, was von Sätzen wie "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" übrig bleibt.

external link "Unabhängigkeit ist nur eine Frage der Zeit"
Zitat:
Die Menschen sind aufgeregt und sehr interessiert. Jeder spricht über das Referendum. Sogar diejenigen, die sich niemals für Politik interessiert haben, diskutieren darüber in Geschäften und Pubs oder haben erhitzte Debatten mit ihrer Familie und ihren Freunden.
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Die Leute stimmen für das ab, was in ihrem Interesse ist. Allerdings schmälert das nicht den leidenschaftlichen Wunsch, von England unabhängig zu sein. Das kommt nicht plötzlich, sondern hat sich über lange Zeit entwickelt.
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Die schottische Gesellschaft legt außerdem traditionell mehr Wert auf Gleichberechtigung als die englische.
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Viele haben es nur satt, von London regiert zu werden. Es herrscht das Gefühl vor, seit Jahrhunderten fremdbestimmt zu werden.
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Auch wenn die Abstimmung mit „Nein“ ausgeht, müssen mehr Befugnisse nach Edinburgh übertragen werden. Es gibt keinen Weg zurück.
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Ich denke, es wird knapp. Aber wenn die Unabhängigkeit nicht jetzt kommt, kommt sie später.
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Das Referendum kann jedoch Auswirkungen in der ganzen Welt haben. Wir hatten Menschen hier aus Französisch Quebec und Katalonien, die ähnliche Erhebungen erlebt haben und an unserem Votum interessiert sind.
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Ich bin keine schottische Nationalistin, aber ich fühle mich schon unabhängig. Die Unabhängigkeit ist nur eine Frage der Zeit.


external link Südtirol verfolgt Referendum in Schottland aufmerksam
Zitat:
So wie Schottland über seine Unabhängigkeit abstimmen darf, sollte dieses Recht auch den Südtirolern zugebilligt werden



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.14 15:00.

geschrieben von: cassiel (IP-Adresse bekannt)
Datum: 14.09.2014 13:02


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